Leider hat sich in den Artikel jedoch ein schwerwiegender Fehler eingeschlichen, den ich heute in einem Leserbrief an die TAZ klarzustellen versucht habe.





Artikel in der TAZ vom 29. August von Johannes Radke
Link:
Ein ungebührlicher Lauschangriff
Weiterführende Links:
Urheberrechtsausgleich oder Subventionssteuer
Wikipedia: GEMA
GEMA gestattet Künstlern kostenloses Streaming für Eigenpräsentation
Der Leserbrief:
Liebe TAZ-Redaktion,
es hat sich in den Artikel leider ein schwerwiegender inhaltlicher Fehler eingeschlichen:
"Ihnen bleibt als einzig sicherer Ausweg nur der vollständige Verzicht auf Musik"
Keineswegs muss in jedem Fall die Gema bedacht werden, wenn öffentlich Musik aufgeführt wird. Es muss lediglich dafür Sorge getragen werden, dass die vorgetragene Musik nicht Bestandteil des Gema-Repertoirs ist.
Mit der Veranstaltungsreihe NetLag, die seit Januar diesen Jahres in Berlin stattfindet, wird genau das praktiziert, und auch andere Veranstalter sollten dazu übergehen, die Gema zu umgehen, indem sie auf ihren Veranstaltungen gezielt gemafreie Musik vorführen.
Diese (gemafreie Musik) ist nämlich entgegen der landläufigen Meinung keineswegs qualitativ minderwertig. Im Gegenteil: Immer mehr Musiker nutzen das Internet erfolgreich als Vertriebskanal für ihre Musik, und gerade dort zeigt sich, wie sehr die Gema bei vielen Musikern und Musikverlagen zunehmend an Boden verliert.
Wenn die Gema ihre Monopolstellung als Verwertungsgesellschaft in Deutschland nicht missbrauchen würde, wäre es bereits jetzt ohne großen Aufwand möglich, sie komplett zu umgehen. Leider stehen dem so absurde gesetzliche Regelungen entgegen wie dass ein Veranstalter der GEMA nachweisen muss, dass er KEINE gemapflichtigen Inhalte auf einer Veranstaltung aufführt und nicht umgekehrt die Gema in der Beweispflicht ist. Oder dass ein Musiker, der sich einmal als Mitglied eingetragen hat, auch dann von der Gema vertreten wird, auch wenn er das explizit nicht wünscht.
Um an diesen unhaltbaren Zuständen etwas zu ändern, müssen mehr Veranstalter und Musikschaffende dazu ermuntert werden, von den Möglichkeiten Gebrauch zu machen, die Gema zu einem angemessenen Umgang mit ihrer weitgehenden Verantwortung gegenüber den Musikschaffenden und -vermarktern zu erziehen. Momentan handelt sie in erster Linie aus Eigeninteresse und hat die Interessen ihrer Schützlinge weitestgehend aus den Augen verloren.
"Tatsächlich vergibt die GEMA ihre Einnahmen vor allem an die Hitparadeninsassen und an einige Komponisten klassischer Musik. Der Rest erhält die Brosamen oder darf zuzahlen."
(Quelle: www.heise.de )
Rund 50% aller Einnahmen der Gema (im vergangenen Jahr immerhin rund 850 Mio.. Euro) fließen an 5% (!) ihrer Mitglieder
Liebe Grüße,
timor kodal
NETLAG.Berlin
Dienstag am 29.08.06 ( verfasst von teaMore , Berlin - XBerg 36)
hurra deutschland! wir sind papst... und bald sind wir auch endlich wieder hitler!!!
Mittwoch, 1430 days her 10:27 (von wänz* , offenbach)
man sieht also das dieser themenkomplex noch viel aufklärungsbedarf benötigt. selbst bei vertretern der medien den ich es zugetraut hätte sich mit dieser problematik zu befassen.
zu gema allegemein, muss ich leider sagen das ich immer noch nich bereit bin auf musik von künstler zu verzichten deren musik unter der dem "schutz" der gema steht. sicherlich supportet man damit massiv die gema, aber auf der anderen seite würde man auch auch ziemlich viel gute musik verpasssen.
Dienstag, 1431 days her 18:38 (von Skope , Berlin - Mitte)
VERBRECHER SOLLT IHR FANGEN IHR STAATSDIENER
und mal wieder ein kompliment an tea. klasse gemacht.
Dienstag, 1431 days her 15:29 (von ToolTech , c :\ techno)
Dienstag, 1431 days her 14:17 (von cotumo , Berlin)
Ansonsten ist, das ist so absurd real, wie es klingt, im gema-rechtlichen Sinne das Pfeifen/ Singen von Ohrwürmern unter der Dusche im Schwimmbad GEMA-pflichtig, da es sich um eine öffentlich vorgetraqene Interpretation eines GEMA-gelisteten Werkes mit mehr als drei Zuhörern handelt.
don ramón
Dienstag, 1431 days her 14:15 (von [don-ramon] , Berlin)
Im übrigen ziehe ich in Betracht meinen Mitarbeiter hier bei der GEMA anzuzeigen, er trällert unentwegt 70ierJahre-Klassiker aus dem Gema-Repertoir. So weit ich weiss handelt es sich um eine in regelmässigen Abständen wiederkehrende und vorallem nicht-angemeldete Aufführung.
Alternativ werde ich versuchen ihn von dem NETLAG-Veranstaltungskonzept zu überzeugen. Sollte er sich zukünftig für anspruchsvolle elektronische und GEMAfreie Musik bei seinen Vorführungen entscheiden ziehe ich die Anzeige natürlich selbstredend zurück.
Dienstag, 1431 days her 13:20 (von ctrl< , berllin-fhain)
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